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| Mersin |
Eine weitläufige Küstenstrecke im östlichen Teil des von der Verschmutzung am wenigsten
betroffenen Mittelmeeres ist der aufgehende Stern für den Welttourismus. Hier liegt Mersin
mit seinen langen Stränden, geheimnisvollen Buchten und sich dahinter erhebendem
Taurusgebirge.
In der umfangreichen Studie über das Mittelmeer, erarbeitet unter der Leitung des
Mittelmeerexperten und Historikers Fernand Braudel, steht folgendes:
„Was ist das Mittelmeer? Tausend Dinge auf einmal. Nicht ein Landschaftsbild, sondern
zahlreiche Landschaftsbilder. Nicht ein Meer, viele aufeinander folgende Meere. Nicht eine
Zivilisation, sondern eine Aufhäufung von mehreren Zivilisationen.“
In dieser von der Sonne verwöhnten Stadt, in deren Gärten in den Ebenen die besten
Zitronen- und Orangen des Landes wachsen, und die niedrigen Hänge der Berge von Wein
umrankt sind, ziehen die Mittelmeermenschen seit 4000 Jahren von einer Küste zur anderen;
heute wird dieses Abenteuer von den Nomaden, die mit ihren Schafen und Ziegen von den
Hängen zu den Gipfeln der Taurusberge wandern, fortgesetzt.
Die Touristen, die unter der brennender Sonne des Mittelmeeres an den Stränden liegen,
können, wenn sie hinauf schauen, die fast das ganze Jahr mit Schnee bedeckten Gipfeln des
Taurusgebirges sehen. Dazwischen befindet sich zunächst das Grün der das ganze Jahr über zu
erntenden diversen Obst- und Gemüsegärten, danach das Grün der Tannenwälder und der
Wiesen. Ein Landschaftsbild, das sich vom Blau des Meeres bis zum Weiß der Berge hinzieht.
Mersin ist die Hauptstadt der Provinz und eine der lebhaftesten Städte der Türkei. Der für die
Mittelmeerregion typische ruhige Lebensrhythmus beschleunigt sich hier plötzlich. In den
Basaren und Märkten herrscht zu jeder Tageszeit ein belebtes und buntes Treiben.
Mersin ist eine mit rasanter Geschwindigkeit wachsende Stadt, in der sich Industrie, Handel,
Landwirtschaft und Tourismus vereinen. Zugleich ist sie eine Hafenstadt. Agrar- und
Industrieprodukte der fruchtbaren Çukurova Ebene werden von Mersins Hafen aus exportiert.
Auch die für die Landwirtschaft und Industrie benötigten Importprodukte kommen über diesen
Hafen herein.
Das Mittelmeer ging als eine Wasserstraße in die Geschichte ein
Das Mittelmeer war von vornherein dazu geeignet, sich als eine Wasserstraße zu entwickeln,
und so kam es dann auch. Diese Eignung bedeutet jedoch nicht, dass das Meer ruhig und
windstill war. Von alters her war bekannt, dass das Mittelmeer jederzeit für Überraschungen
gut war.
Hesiodos, ein Dichter der Antike, spricht in seinem Werk „Arbeiten und Tage“ seinen Bruder,
der genau so wie er selbst ein Bauer war, aber auch zur See fuhr, im 7. Jahrhundert v. Chr.
mit folgenden Worten an:
„Wenn der Winter kommt und die Winde aus allen Richtungen wehen, sollst du den Boden
bearbeiten, anstatt auf das Meer zu fahren, dessen Wasser sich in die Farbe des Weines
verwandelt hat. Zieh dein Boot ans Land, und lege Steine darum (.......) rolle die Segel
vorsichtig ein, häng das Ruder an eine Ecke des Herdes und warte ab, bis die neue Saison
kommt.“
Der berühmte Admiral Andrea Doria aus Genua vertraute dem Mittelmeer auch nicht allzu
sehr, als er sagte: „Das Mittelmeer hat drei Häfen; Karthago, Juni und Juli.“
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