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Türkei: Ein anderes Wort für Silvester

Weihnachten wird in dem Land, in dem mehr als 90 Prozent der Einwohner muslimisch sind, natürlich nicht als Geburt Christi gefeiert. Hier ist Weihnachten ein anderes Wort für Silvester. Aber die großen Städte sind weihnachtlich geschmückt, und in vielen Cafés, Restaurants und Geschäften sind Weihnachtsbäume aufgestellt.

Zu Weihnachten, auf Türkisch „Noel“, schmücken sich die Geschäfte und die Städte mit Weihnachtsbäumen, Lichterketten, Sternen und Kerzen. In den Einkaufszentren sorgen Weihnachtsmänner und internationale Weihnachtsmusik für die richtige Stimmung. In großen Supermärkten kann man Weihnachtsbäume kaufen.

Der Heilige Abend kommt – nichts passiert
Aber dann kommt der Heilige Abend und nichts passiert. Auch das Phänomen „zwischen den Jahren“ gibt es nicht. Denn in der Türkei steht Weihnachten für den 31. Dezember, und „Yýl baþý“, der „Kopf des (neuen) Jahres“, wird mit Partys, auf der Straße, in Clubs und Restaurants, oder zu Hause mit der Familie gefeiert. In Istanbul beginnt man mit dem Feiern auf dem Taksim-Platz, wenn man nicht unter Platzangst leidet, denn mehrere zehntausend Leute drängen sich dort vor Mitternacht zusammen, um zur Musik des Silvesterkonzerts zu tanzen und das große Feuerwerk zu sehen.

Wenn das Wetter mitspielt, finden die Partys auf den Dachterrassen über dem Bosporus statt. Oder man bleibt zu Hause, isst zusammen mit der Familie zu Abend – traditionell Truthahn, gefüllt mit Kastanien – und die Kinder bekommen kleine Geschenke. Am Silvesterabend findet auch die große Lotterieziehung statt, für die sich viele Familien Lose gekauft haben. Mehr als 10 Millionen Euro winken dem Hauptgewinner! Etwas merkwürdig finden Wahltürken die Tradition, Frauen zu Noel rote Unterwäsche zu schenken.

In den Städten sieht es weihnachtlich aus
Natürlich veranstalten die christlichen Gemeinden in den großen, multikulturellen Städten der Türkei Weihnachtsbasare und -konzerte, und in Istanbul, dem ehemaligen Konstantinopel, feiern auch die orthodoxen Christen. Die internationale Gesellschaft hat ihre Weihnachtsbälle und -partys am Heiligen Abend – aber ansonsten sind der 24. und 25. Dezember normale Arbeitstage. Früher, erzählen alte Istanbuler, gehörte es in bürgerlichen Familien zum guten Ton, am 24. eine westliche Bescherung zu feiern – aber die Auffassungen von Bürgerlichkeit haben sich in den letzten 30, 40 Jahren geändert. Geblieben ist die Weihnachtsstimmung!

So sieht es heute im Dezember zwar sehr weihnachtlich aus in den Städten der Türkei, aber Weihnachtshektik und Einkaufsstress muss man nicht befürchten. Allerdings gibt es auch keine Weihnachtsferien. Doch dieses Jahr fällt das zweithöchste muslimische Fest – das Opferfest – auf den 31. Dezember, und an den folgenden drei Tagen sind Schulen und Universitäten geschlossen. So kommt dann auch das DAAD-Team in der Türkei zu seinem Weihnachtsurlaub. Wir wünschen allen mutlu noeller!

Quelle: DAAD – Magazin.de


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